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Arbeitszeugnis bei Kündigung & Co
Freiberuflerstatus bei XING
20
Feb

Freiberufler–Status bei XING bereits unerlaubte Konkurrenztätigkeit?

Darf sich ein ausscheidender Mitarbeiter bei XING schon als Freiberufler darstellen oder ist das bereits eine unerlaubte Konkurrenztätigkeit?

Das soziale Netzwerk XING dient seit vielen Jahren sowohl Arbeitnehmern als auch Freiberuflern als gute Plattform, um sich zu vermarkten. Hier tummeln sich sowohl Headhunter als auch Unternehmer auf der Suche nach Mitarbeitern und Freelancern. XING bietet also ausreichend Gelegenheit, um sich und seine Erfahrungen und Fähigkeiten im besten Licht dazustellen. Insbesondere wenn man als Freelancer neu durchstarten will.

Schon vor Jobende Freelancer-Status bei XING

Das dachte sich wohl auch ein Mitarbeiter einer Steuerberaterkanzlei, der mit seinem Arbeitgeber mithilfe eines Aufhebungsvertrages die Beendigung seines Arbeitsverhältnisses mit mehrmonatiger Auslauffrist vereinbart hatte. Noch vor dem Auslaufen des Arbeitsverhältnisses stellte der Arbeitgeber jedoch fest, dass sein Mitarbeiter in seinem privaten XING-Profil den Status Freiberufler angegeben hatte. Das kann er nur tun, um Mandanten abzuwerben, dachte er sich. Da XING überwiegend beruflich genutzt wird, sah er darin bereits eine unzulässige Konkurrenztätigkeit. Die fristlose Kündigung folgte umgehend.

Unerlaubte Konkurrenztätigkeit: Vorbereitende Tätigkeiten sind erlaubt

Das LAG Köln war anderer Ansicht und erklärte die außerordentliche Kündigung für rechtsunwirksam. Selbstverständlich sei während des gesamten Arbeitsverhältnisses eine Konkurrenztätigkeit untersagt, stellten die Richter voran. Es sei jedoch erlaubt, eine spätere Konkurrenztätigkeit vorzubereiten. Die Grenze sah das LAG Köln darin, wenn der Mitarbeiter aktiv nach außen Werbung für seine Konkurrenztätigkeit betreibe, etwa aktiv Mandanten oder Kunden des Arbeitgebers anspräche, Visitenkarten verteilen oder bereits eine Webseite betreiben würde.

Allein die Darstellung als Freiberufler im XING-Profil sei jedoch nicht ausreichend, zumal der Mitarbeiter immer noch den Namen seines Arbeitgebers als aktuelle Tätigkeit im Profil nannte und unter „Ich suche“  keine freiberuflichen Mandate angegeben habe (LAG Köln, Urteil vom 07.02.2017, Az:.12 Sa 745/16).


Und wie können wir Sie unterstützen?

Einmalige Verfehlungen, die zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen, dürfen nicht im Arbeitszeugnis erwähnt werden, wenn der Mitarbeiter sonst ohne Beanstandungen gearbeitet hat. Lassen Sie Ihr Arbeitszeugnis, wenn Sie Zweifel haben, besser überprüfen. Zum Beispiel hier: Zeugnis-Check. Auf Wunsch überarbeiten wir auch gerne Ihr Zeugnis. Zur Zeugnis-Überarbeitung hier entlang.

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