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Achtung Zwischenzeugnis
Wann kann ich ein Zwischenzeugnis verlangen?
20
Jan

Wann kann ich ein Zwischenzeugnis verlangen?

Ein Zwischenzeugnis Ihres bisherigen Arbeitgebers kann bei einer Bewerbung durchaus von Vorteil sein. Doch auch wenn es bislang keine gesetzliche Verpflichtung gibt:  Mittlerweile ist anerkannt, dass Sie auch während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis verlangen dürfen. Sie müssen jedoch ein berechtigtes Interesse vorweisen können.

Wann Sie nach einem Zwischenzeugnis fragen sollten

Wie kein Recht auf ein Zwischenzeugnis, werden viele jetzt fragen. In der Tat steht in keinem Gesetz, dass der Arbeitnehmer ein Recht auf ein Zwischenzeugnis hat bzw. wann er nach einem Zwischenzeugnis fragen kann.

In der Praxis haben sich jedoch mittlerweile zahlreiche Fälle herausgebildet, die den Wunsch nach einem Zwischenzeugnis rechtfertigen können:

  • Ihr Arbeitgeber hat Sie über eine bevorstehende Kündigung informiert. Sie brauchen ein Zeugnis, um sich neu bewerben zu können.
  • Ihr befristetes Arbeitsverhältnis endet in den nächsten drei Monaten.
  • Ihr direkter Vorgesetzter verlässt das Unternehmen oder wechselt innerhalb der Firma.
  • Sie selbst wechseln den Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens oder werden befördert.
  • Sie haben sich für Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst entschieden.
  • Sie unterbrechen Ihr Arbeitsverhältnis aus einem anderen Grund, zum Beispiel aufgrund einer längeren Kur, Elternzeit oder der Übernahme eines politischen Mandats.
  • Es gibt Umstruktierungen in der Firma, die sich auf Ihren Arbeitsplatz auswirken können, oder dem Unternehmen droht Insolvenz.
  • Sie planen eine Fortbildung, zum Beispiel ein Studium. Für die Zulassung ist ein aktuelles Zeugnis erforderlich.

Zwischenzeugnis: Am besten nicht ohne trifftigen Grund


Achtung

Generell ist es nicht empfehlenswert, ohne triftigen Grund um ein Zwischenzeugnis zu bitten. Ihr Arbeitgeber wird vermuten, dass Sie das Unternehmen verlassen wollen. Und dies sollte man doch besser so lange wie möglich für sich behalten, um eventuelle Nachteile zu vermeiden. Nutzen Sie daher jede Möglichkeit auf ein reguläres Zwischenzeugnis.

Je länger die Betriebszugehörigkeit, umso komplizierter

Warum habe ich mir damals kein Zwischenzeugnis ausstellen lassen, ärgert sich so mancher, der nach zahlreichen Jahren und verschiedenen Aufgabenfeldern, Vorgesetztenwechseln oder sogar Betriebsübergängen nun um ein Arbeitszeugnis bittet. Der Vorgesetzte, der das Zeugnis ausstellen muss, wird auch erst einmal zu tun haben, schließlich gilt es, den ganzen Werdegang bestmöglich zu dokumentieren. Da kann ganz schön was zusammenkommen. Und das Zeugnis wird immer länger und länger. Und dann kommt vielleicht noch eine Veränderung des Firmenkonstrukts, eine Namensänderung oder Ähnliches dazu, da muss man mitunter ziemlich scharf nachdenken, was man am besten schreibt. Wie einfach ist es hingegen, wenn man schreiben kann „Über den Zeitraum … bis … gibt ein separates Zwischenzeugnis Auskunft. “

Von Zeit zu Zeit oder per Vertrag

Was tut man aber nun in den Fällen, in denen sich kein Ausstellungsgrund für ein Zwischenzeugnis bietet: keine Elternzeit in Sicht, auch das Bundestagsmandat kann man eigentlich ausschließen und das Arbeitsverhältnis wird glücklicherweise auch noch eine Weile bestand haben. Damit Mitarbeiter (und Zeugnisaussteller in den Unternehmen) jedoch nicht irgendwann doch in die obige Situation schlittern, sind einige Firmen dazu übergegangen, – ob per Arbeitsvertrag oder per Betriebsvereinbarung -, nach einer bestimmten Anzahl von Jahren der Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis zu verbriefen. Zudem gibt es auch Tarifverträge, die ein solches Recht festlegen.


Unser Tipp!

Ist in Ihrem Unternehmen auch eine solche Regelung nicht gegeben, hilft nur eins. Anlässe schaffen!  „10 Jahre im Unternehmen“ wäre doch ein prima Anlass, um sich seine Leistungen dokumentieren zu lassen. Finden Sie nicht?


Achtung

Auch ein Zwischenzeugnis sollte die formalen und inhaltlichen Anforderungen an ein Arbeitszeugnis erfüllen. Lassen Sie es, wenn Sie Zweifel haben, besser überprüfen. Zum Beispiel hier: Zeugnis-Check.

Foto: DBPics/Fotolia

3 Kommentare

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