Gut zu wissen!

Allgemein
17
Sep
2020

Sie wollen ein gutes Arbeitszeugnis? Stellen Sie jetzt die Weichen!

Wir alle wissen: Wenn Zeit knapp ist, kommt meist nichts Gutes dabei raus. Und warum kümmern sich viele dann erst am Ende eines Jobs um das Arbeitszeugnis? Fangen Sie jetzt damit an! Mit unseren 5 simplen Tipps stellen Sie im Vorfeld sicher, dass Sie am letzten Tag ein gutes Arbeitszeugnis in den Händen halten.

1. Fragen Sie das Zeugnis rechtzeitig an

Sie kennen das sicher: Erst ist der Vorgesetzte im Urlaub, dann Frau Meier von HR. Die Woche drauf ist Forecast, da hat man wichtigere Themen. Und ein Arbeitszeugnis kostet nun mal Zeit und Aufwand, das schüttelt niemand einfach so aus dem Ärmel. Auch mit Zeugnis-Generator nicht. Fragen Sie daher Ihr Arbeitszeugnis rechtzeitig an. Eigentlich sobald Sie wissen, dass Sie das Unternehmen verlassen werden.


Formulierungsvorschlag

Hallo Bernd,

wie Du weißt, habe ich am 31.10. meinen letzten Arbeitstag. Da ich mir vorstellen kann, dass man für ein gutes Arbeitszeugnis auch immer genügend Vorlauf braucht, möchte ich jetzt schon einmal darauf hinweisen, dass ich gerne ein qualifiziertes Arbeitszeugnis haben möchte. Gerne kann ich hierbei unterstützen und z.B. meine Aufgaben/Projekte niederschreiben. Da ich zukünftig im Bereich xyz arbeiten möchte, wäre ich auch froh, wenn Ihr meine Erfolge in diesem Bereich mit aufnehmen könntet. Auch hier kann ich ein paar Zeilen vorbereiten, wenn es Dir recht ist.

Sie signalisieren damit, dass

  • Ihnen ein gutes Arbeitszeugnis wichtig ist,
  • Sie dieses beim Ausscheiden auch zeitnah haben wollen,
  • Sie Verständnis für den Vorgesetzten haben,
  • auch zuarbeiten können (weniger Arbeit für den Chef).

Es ist auch immer sehr hilfreich, wenn man weiß, wie der Zeugnisprozess im Unternehmen abläuft. Wer erstellt das Dokument – der Vorgesetzte, die HR-Abteilung? Wer liefert die Informationen? Die Bewertung? Wird ein Tool eingesetzt? Je nachdem können Sie entscheiden, wie intensiv Ihre „Zuarbeit“ ausfallen soll/muss.

2. Dokumentation ist alles!

Mal Hand aufs Herz, wissen Sie noch, was Sie vor drei Jahren in Ihrem Job gemacht haben? Wir haben in unserer Zeugnisberatung oft Mandanten, die schon sehr lange in einem Unternehmen arbeiten und zig Positionen inne hatten. Die Arbeitswelt wird schließlich immer schnelllebiger. Es gibt Unternehmen, da sind Umstrukturierungen an der Tagesordnung. Wer weiß denn schon am Ende, was Sie alles geleistet haben. HR? Vermutlich nicht! Der Vorgesetzte? Das wäre gut! Nein – Sie allein wissen, was Sie in den letzten Jahren geleistet und erreicht haben.

Was glauben Sie, wie lange es dauert, die Aufgaben und Erfolge von 10 Jahren zusammenzuschreiben? (Mit Datum versteht sich.) Ich bin sicher, Sie können Ihre Zeit besser nutzen. Daher empfehle ich, sich regelmäßig zu notieren, welche Aufgaben Sie haben und welche Erfolge Sie erzielen.


Achtung

Es kommt natürlich darauf an, wie abwechslungsreich Ihr Job ist. Wenn Sie tagein, tagaus das Gleiche machen. OK. Dann notieren Sie besondere Projekte und Erfolge (zum Beispiel im Vertrieb: neue Schlüsselkunden, signifikante Umsatzsteigerungen in den Jahren …, usw. ) Es gibt allerdings auch Positionen, wo man sich „wöchentlich neu erfinden muss.“ Hier ist eine regelmäßige Dokumentation definitiv von Vorteil. Sie entscheiden, was regelmäßig ist – monatlich, quartalsweise, jährlich, nach Abschluss eines Projektes. Steht ein Arbeitszeugnis oder Zwischenzeugnis an, nehmen Sie die Liste und markieren alles, was im Zeugnis stehen soll und was Sie karrieretechnisch weiterbringt.

3. Ein Zwischenzeugnis sichert den Status quo

Hierzu haben wir schon viel geschrieben, daher machen wir es es kurz: Nutzen Sie jede Möglichkeit, ein Zwischenzeugnis anzufragen. Denn :

  • Bindungswirkung: Ein Endzeugnis kann nicht schlechter ausfallen, wenn Sie ein gutes aktuelleres Zwischenzeugnis haben.
  • Man kann im Endzeugnis auf Zwischenzeugnisse verweisen und hat so mehr Platz für aktuelle Erfolge.
  • Sie wissen nicht, was kommt: Der nächste Chef könnte nicht mehr ganz so nett sein. Sie könnten an der nächsten Aufgabe scheitern. Und das muss nicht an Ihnen liegen.

4. Reviewbögen und Zielvereinbarungsprotokolle

Stellen Sie sich doch mal Folgendes vor: Sie arbeiten seit sieben Jahren in einem Unternehmen. Am Anfang ist man hoch motiviert und erbringt Höchstleistungen. Reviews oder Zielvereinbarungsgespräche verlaufen immer äußerst positiv. Und dann gibt es einen Knacks (schlechte betriebswirtschaftliche Situation, ein neuer Chef). Jetzt wird das Ganze etwas zäh. Schließlich entscheiden Sie, sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen.

Naturgemäß bleiben immer die jüngsten Erfahrungen im Gedächtnis und so fällt das Arbeitszeugnis nicht ganz so prickelnd aus. Jetzt können Sie den Ordner mit den gesammelten Review-Protokollen herausziehen und sagen: „Moment mal. Ein Arbeitszeugnis muss immer das gesamte Beschäftigungsverhältnis dokumentieren. Ich habe hier die Protokolle der letzten sechs Jahre, die mir eine äußerste positive Entwicklung bescheinigen. Außerdem habe ich mir auch alle „Lob“-Mails aufgehoben – von Ihnen, von anderen Abteilungen, von Kunden. So wie ich das Arbeitszeugnis lese, entspricht das nicht der dokumentierten Leistung.“

Auf diese Weise können Sie – falls notwendig – beweisen, dass Sie ein gutes Arbeitszeugnis verdienen. Also immer schön sammeln!

5. Was macht Sie in Ihrem Job aus?

Wir haben noch eine kleine Aufgabe für Sie zum Schluss: Nehmen Sie Ihre Aufgabenbeschreibung zur Hand und schauen Sie sich die einzelnen Aufgaben genau an. Welche Kenntnisse, Eigenschaften, Fähigkeiten benötigen Sie für Ihre Arbeit? Und genau diese sollten sich in Ihrem Arbeitszeugnis widerspiegeln.

Gerne können Sie für diese Übung auch die Mindmapping-Methode verwenden. Als Beispiel habe ich Ihnen mein eigenes Jobprofil als Grafik beigefügt (was natürlich nicht abschließend ist 😉).

Jobprofil Zeugnisberaterin - dargestellt als Mindmapp
Beispiel Jobprofil Zeugnisberaterin als Mindmap


Achtung

Wenn Ihnen hier nicht gleich etwas einfällt, nehmen Sie doch die alte Stellenbeschreibung zur Hand oder schauen Sie in Jobportalen nach vergleichbaren Jobs und Anforderungen. Hier erfahren Sie auch gleich, welche Vorstellungen potenzielle Arbeitgeber haben. Einige Anregungen erhalten Sie vielleicht auch hier: Welche Kenntnisse und Eigenschaften im Arbeitszeugnis stehen sollten

Auch hier gilt: Weniger ist manchmal mehr. Wichtig ist, dass Sie die relevanten Kenntnisse und Eigenschaften herausarbeiten.


Und wie können wir Sie unterstützen?

Sie haben unsere Tipps beherzigt und merken jetzt, Sie haben keine Energie oder Lust mehr, die Daten in die richtigen Worte zu kleiden? Dann kommen wir ins Spiel: Wir überarbeiten und erstellen das Arbeitszeugnis für Sie nach Ihren Vorstellungen.