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Allgemein
8
Feb
2021

Warum 13 Bücher und eine CD-ROM mein Leben veränderten

Wie kommt man auf das Thema Arbeitszeugnisse? Das ist eine kurze und total langweilige Geschichte. Eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Ich sitze an meinem Schreibtisch in der hintersten Ecke. Als Freelancerin arbeite ich seit ein paar Jahren regelmäßig für einen großen Fachverlag. Wir machen Bücher und Software für Personalverantwortliche oder HR, wie man heute sagt. Bücher lektorieren, Klappentexte formulieren, Webtexte und Newsletter schreiben, Softwareinhalte konzipieren, umsetzen, testen usw. … Es ist übrigens das Jahr 2003.

Kannst Du Dich in das Thema Arbeitszeugnisse einlesen?

Ein sehr netter Kollege legt mir einen riesigen Stapel Bücher auf den Tisch. Und eine CD-ROM. (Das gab es damals noch ;-) ) „Ich habe da was für Dich. Kannst Du Dich in das Thema einlesen? Ich brauche dringend Unterstützung für unseren Zeugnis-Generator.“

Nach der Lektüre des Bücherstapels habe ich die Arbeitszeugnis-Software einige Jahre als Fachredakteurin betreut. Das heißt: Text-Bausteine zusammenstellen, neue Bausteine schreiben, mit Kunden sprechen, neue Feature planen. Ich habe jedes Urteil gelesen. Habe alles verschlungen, wo es um das Thema Arbeitszeugnisse ging. Irgendwann wanderte „mein Baby“ dann leider in eine andere Abteilung an einen anderen Standort. Und auch für mich war es an der Zeit, mal etwas anderes als Verlag zu machen.

Noch einmal neu anfangen?

Doch wohin mit mir? Ich bin Volljuristin, aber als Rechtsanwältin wollte ich noch nie arbeiten. Was kann ich also gut? Recherchieren, analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen, die passenden Worte finden. Durch meine Arbeit an dem Generator wusste ich alles über Arbeitszeugnisse. Und ich wusste auch, was eine Zeugnis-Software nicht leisten kann: individuelle Arbeitszeugnisse erstellen. Zeugnisse, die wirklich ausdrücken, was man geleistet hat. Deshalb habe ich im August 2008 meine Arbeitszeugnis-Beratung gegründet und eine Webseite aufbaut. Am Anfang musste ich noch ein bisschen Geld zusätzlich mit schreiben und lektorieren verdienen, aber dann kamen immer mehr Mandanten. Auch ein paar tolle Firmenkunden und einige Rechtsanwälte, denen ich zuarbeite. Der Beck-Verlag fragte an, ob ich einen kleinen Ratgeber zum Thema Arbeitszeugnisse schreiben will. Ich wollte.

Zu zweit geht alles besser

Irgendwann hatte ich so viel Arbeit, dass ich es allein nicht mehr schaffen konnte. Und jetzt kommt Frau Dr. Kaufmann-Jirsa ins Spiel. Ich schätzte sie als Autorin aus meiner Verlagszeit und fragte sie, ob sie Lust hätte, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich wusste, auch sie findet immer die richtigen Worte. Heute freue mich über die immer sehr gute Zusammenarbeit und auch die Freundschaft, die daraus entstanden ist.

Jetzt, über 10 Jahre und ein paar Ratgeber und Fachbücher später, kann ich sagen: Ich würde alles wieder so machen. Ich liebe meine Arbeit, das genaue Formulieren, das Gespräch und den Austausch mit Mandanten, Firmeninhabern und Personalverantwortlichen. Ich habe im Laufe der Zeit unglaublich tolle und inspirierende Menschen kennengelernt und mich mit spannenden Jobprofilen auseinandergesetzt. (Wissen Sie zum Beispiel, welche Aufgaben ein Theaterpädagoge hat?) Am meisten Spaß macht es mir, zu analysieren, worauf es in dem jeweiligen Berufsbild ankommt. Das ist mir bei meiner Arbeit besonders wichtig und dafür stehe ich auch. 0815-Zeugnisse gibt es bei mir nicht.