Gut zu Wissen

Streit um das Arbeitszeugnis
8
Okt
2018

Wie war das gleich mit der Wahrheit?

Er hängt wie ein Damoklesschwert über der Zeugnispraxis: der Grundsatz der Zeugniswahrheit. Viel besprochen, viel diskutiert. Häufig umgangen? Wie viel Wahrheit muss also in einem Zeugnis stecken, was meinen Sie?

Zunächst einmal geht dieser doch recht hochtrabend klingende Grundsatz der Zeugniswahrheit zurück auf eine wichtige Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes aus dem Jahre 1960 (Az. 5 AZR 560/58). Ein ganz schön alter Hut also! Aber dieses Grundsatzurteil bestimmt noch heute die gängige Zeugnispraxis. Die wichtigste Aussage: Die Angaben im Zeugnis müssen der Wahrheit entsprechen. Darüber hinaus gelten jedoch noch weitere Regeln:

  • Das Arbeitszeugnis muss alle wichtigen Tatsachen und Bewertungen enthalten, die für Ihre Gesamtbeurteilung wichtig sind.
  • Einmalige Vorfälle oder Umstände, die für Sie und Ihre Arbeit nicht charakteristisch sind, gehören nicht ins Zeugnis.
  • Wortwahl, Satzstellung oder gar das Weglassen bestimmter Bewertungen dürfen bei Dritten keine falsche Vorstellungen erzeugen.
  • Ihr Arbeitgeber muss die Aussagen im Zeugnis auch beweisen können.

Alles in allem bedeutet die Wahrheitspflicht für Sie unter anderem auch, dass der Arbeitgeber auch negative Tatsachen im Zeugnis erwähnen darf. Jetzt sagt der ein oder andere von Ihnen natürlich: „Moment einmal, das Zeugnis darf aber nicht meinen weiteren Berufsweg erschweren.“ Und damit haben Sie auch recht! Verständiges Wohlwollen ist gefordert.  Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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