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Zeugnisinhalt unter der Lupe
20
Aug
2008

Arbeitszeugnis Redakteur: Was sind branchenübliche Formulierungen? (#Urteil)

Arbeitszeugnis Redakteur

Mit Urteil vom 12.08.2008 (Az.: 9 AZR 632/07) beschäftigte sich das Bundesarbeitsgericht wieder einmal mit dem notwendigen Inhalt von Arbeitszeugnissen – konkret mit einem Arbeitszeugnis Redakteur. Im Entscheidungsfall hatte ein Redakteur einer Tageszeitung kritisiert, dass im Arbeitszeugnis seine Belastbarkeit in Stresssituationen nicht beurteilt wurde. Nach Ansicht der Erfurter Richter kann ein Arbeitnehmer die Ergänzung seines Arbeitszeugnisses verlangen, wenn der Arbeitgeber übliche Formulierungen ohne sachliche Grund weggelassen hat.

Fehlende Inhalte können unzulässige Geheimzeichen sein

Lässt der Arbeitgeber in einem Arbeitszeugnis bestimmte Inhalte weg, kann dies ein unzulässiges Geheimzeichen sein, stellte das BAG im Urteil klar. Welche Formulierungen üblich sind, hängt von der jeweiligen Branche, in der der Arbeitnehmer tätig ist, oder von der Berufsgruppe ab, der er angehört. Die Vorinstanz, das Sächsische Landesarbeitsgericht, muss jetzt klären, ob die besondere Belastbarkeit in Stresssituationen eine besondere Anforderung an Redakteure von Tageszeitungen ist und damit im Arbeitszeugnis beurteilt werden muss.

Arbeitszeugnis Redakteur – Was sollte beurteilt werden?

Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts stellt klar, dass in einem Arbeitszeugnis die Anforderungen, Eigenschaften und Fähigkeiten beurteilt werden müssen, die in dem jeweiligen Job wichtig sind. Wenn wir das grobe Raster anlegen und die vier wichtigsten Leistungskriterien unter die Lupe nehmen, wären in einem Arbeitszeugnis für einen Redakteur folgende Inhalte wünschenswert:

  1. Arbeitsbefähigung: Fachwissen, eventuell Spezialwissen oder Schwerpunkte, Branchen- und Marktkenntnisse, Berufserfahrung, Weiterbildung (Bereitschaft, Erfolg, praktische Umsetzungskompetenz, wichtige Veranstaltungen), Schreibstil, Kreativität, Gespür für Themen und Leser, eventuell auch der Umgang mit Online-Medien und Social Media, Networking
    Außerdem: Auffassungsgabe, analytisches Denkvermögen, Urteilsvermögen, Flexibilität, Vielseitigkeit, Einarbeitung in neue Aufgaben, Belastbarkeit und Ausdauer
  2. Arbeitsweise: strukturiert, sorgfältig, gewissenhaft, selbstständig, zuverlässig, verantwortungsbewusst, effizient, vorausschauend und planend, objektiv,
  3. Arbeitserfolg: Qualität der Beiträge, außerordentliche Themen, besonders erfolgreiche Beiträge, eventuell Auszeichnungen, unter Umständen auch Einhaltung des Redaktionsschlusses
  4. Arbeitsbereitschaft: Leistungsbereitschaft, Engagement, Motivation, Eigeninitiative

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Foto: © Mike/Fotolia

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