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Arbeitszeugnis richtig in Form
28
Feb
2014

Smiley im Arbeitszeugnis? Aber nur lächelnd! (#Urteil)

Smiley im Arbeitszeugnis

Ein Smiley im Arbeitszeugnis mit zwei hängenden Mundwinkeln kann einen Beschäftigten negativ beurteilen. Zu diesem Ergebnis kam das Arbeitsgericht Kiel und verurteilte den Arbeitgeber dazu, seine Unterschrift unter einem Arbeitszeugnis mit einem lachenden Smiley zu versehen. 

Zugegeben, zunächst dachten wir, dieses Urteil kann nur ein Aprilscherz sein.  Aber nein, tatsächlich hatte ein Chef das Zeugnis eines Mitarbeiters mit seinem Namen unterzeichnet und in dem ersten Buchstaben – ein „G“ – das traurige Smiley untergebracht. Wie nicht anders zu erwarten war der Arbeitnehmer mit dem Smiley im Arbeitszeugnis nicht glücklich und ging vor Gericht.  Mit Erfolg.

Arbeitgeber muss so unterschreiben wie immer

Mit einer Unterschrift, in der ein „trauriger Smiley“ steckt, wird eine negative Aussage über den Arbeitnehmer getroffen – so die Richter. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, so zu unterschreiben, wie er immer unterschreibt, so dass erst gar keine Zweifel bezüglich der Unterschrift aufkommen. Da der Arbeitgeber üblicherweise mit einem „lachenden Smiley“ unterzeichnet, sei er somit dazu verpflichtet, auch unter das Arbeitszeugnis einen „lachenden Smiley“ zu setzen.

Smiley im Arbeitszeugnis sollte hier lachen

Grundsätzlich sind versteckte Zeichen – und als solches könnte man ein lachendes Smiley durchaus auch zählen – immer fehl am Platz. Doch in diesem speziellen Fall war das lachende Smiley im Arbeitszeugnis jedoch kein „Zeichen“ , sondern Bestandteil der üblicherweise genutzten Unterschrift. Und da der Arbeitgeber mit seiner Unterschrift in der Form unterzeichnen muss, wie er sie im Rechtsverkehr gebraucht , muss er auch im Arbeitszeugnis ein lachendes Smiley hinzufügen, so das Gericht. Für den Zeugnisempfänger kann man nur hoffen, dass das auch potenziellen Arbeitgebern bekannt ist (ArbG Kiel, Urteil vom 18.04.2013; Az.:5 Ca 80 b/13).


Achtung

Auch Anführungszeichen („…“) und sonstige Häkchen oder Kreuzchen fallen negativ auf und können als unzulässige Geheimzeichen gewertet werden. Schauen Sie hier genauer hin! Gerne übernehmen wir die Überprüfung Ihres Arbeitszeugnisses auch für Sie. Einzelheiten finden Sie unter unserem Service „ZeugnisCheck„.

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