Gut zu Wissen

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15
Dez
2022

Sollten Weiterbildungen im Arbeitszeugnis genannt werden?

Zwei Personen diskutieren, welche Weiterbildungen im Arbeitszeugnis genannt werden sollen

Gastbeitrag: Wer sein Wissen kontinuierlich auf dem aktuellen Stand hält und sich regelmäßig weiterbildet, beweist Ausdauer, Engagement, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit. Gehört das in ein Arbeitszeugnis? Natürlich! Aber wie stellt man Weiterbildungen im Arbeitszeugnis dar? Welche nennt man und welche nicht? Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Die Relevanz von Weiterbildungen heute

Wir leben heute in einer schnelllebigen Welt, die sich rasant verändert. Das gilt auch für den Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer müssen heute enorm flexibel sein und sich immer wieder anpassen. Vor allem technische Innovationen erfordern häufig eine schnelle Erweiterung der Kenntnisse, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. All das wird von den Unternehmen heute ganz selbstverständlich eingefordert. Schneller, weiter, höher. Neue Tools, neue Software, neue Hardware. In den meisten Berufen sind Weiterbildungen heute vollkommen unumgänglich. Wer sich nicht weiterbildet, wird schnell von anderen Arbeitnehmern mit mehr Expertise abgehängt.

Warum man Weiterbildung im Arbeitszeugnis benennen sollte

Absolvierte Weiterbildungen können und sollten in Arbeitszeugnissen ebenso aufgeführt werden wie alle wichtigen Leistungskriterien oder Verhaltensweisen eines Arbeitnehmers. Sie zeigen, dass der Mitarbeiter eine hohe Lernbereitschaft und Lernfähigkeit hat. Diese wichtigen Fähigkeiten haben heute einen enormen Wert für Arbeitgeber. Darüber hinaus vermitteln sie, dass der Mitarbeiter engagiert ist, auch ausdauernd und zielstrebig. Dass er unter Umständen für einen längeren Zeitraum auch eine Doppelbelastung gut meistert, ohne dass die Arbeit darunter leidet.

Vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern beweisen absolvierte Weiterbildungen, dass der Mitarbeiter schon frühzeitig an seiner beruflichen Karriere arbeitet. Aber auch ältere Arbeitnehmer, die ihr möglicherweise veraltetes Wissen auffrischen müssen, demonstrieren mit der Nennung der Weiterbildungen Ausdauer und Lernbereitschaft.

Wo und wie nennt man Weiterbildungen im Arbeitszeugnis?

Grundsätzlich sollten Weiterbildungen in ein Arbeitszeugnis aufgenommen werden, um die bereits erwähnten Fähigkeiten zu dokumentieren. Damit weiß ein neuer Arbeitgeber, dass sich der Bewerber gerne und schnell neue Kenntnisse aneignen und in neue Aufgabenbereiche einarbeiten kann.

Fort- und Weiterbildungen gehören in einem Arbeitszeugnis zu den Fachkenntnissen und stehen damit relativ weit oben in der Struktur eines Arbeitszeugnisses. Der Arbeitgeber kann sowohl die Themen als auch den Zeitpunkt der Weiterbildung und den Umfang notieren, damit der neue Arbeitgeber einen guten Überblick über die erworbenen Fachkenntnisse erhält. Zudem darf gerne auch ein lobendes Wort darüber verloren werden, dass der Arbeitgeber diese Weiterbildungen erfolgreich abgeschlossen und die erworbenen Fähigkeiten letztlich auch im Arbeitsalltag gewinnbringend eingesetzt hat. Dies macht einen guten Eindruck.

Welche Weiterbildungen nennt man im Zeugnis und welche nicht?

Selbstverständlich können und sollten jedoch nicht alle Schulungen im Arbeitszeugnis aufgelistet werden, die jemals absolviert wurden. Eine seitenlange Auflistung von Seminaren und Weiterbildungen würde den Leser nur erschlagen. Außerdem kann leicht der Eindruck entstehen, dass der Arbeitnehmer mehr Zeit in Seminaren etc. verbracht hat als am Arbeitsplatz.

Benennen Sie für den neuen Job relevante Tagesseminare oder kurze Schulungen daher lieber im Lebenslauf. In das Arbeitszeugnis hingegen gehören vor allem die umfangreichen, zeitintensiveren Weiterbildungen, die tatsächlich wichtig für den Job und eine persönliche Weiterentwicklung waren. Darunter können durchaus auch Online-Kurse oder E-Learnings fallen, wenn das Thema passt und/oder diese einen hohen zeitlichen Umfang eingenommen haben.

Vor allem bei Fach- und Führungskräften ist die Auflistung fachspezifischer Weiterbildungen besonders wichtig, um deren Expertise darzulegen. Bei ihnen haben Tagesseminare oder ähnliches erst recht nichts zu suchen. Gleichermaßen dürfen nur die wichtigsten Weiterbildungen im Arbeitszeugnis genannt werden und keinesfalls zu viele. Schließlich sind deren erreichte Erfolge immer noch der Hauptbaustein im Zeugnis.    

Um den Aspekt Weiterbildungen in einem Arbeitszeugnis möglichst positiv darzustellen, muss großer Wert auf entsprechende Formulierungen gelegt werden. Ein beliebter Terminus ist dabei „Erweiterung von (wichtigen) Fachkenntnissen“. Dabei kann auch betont werden, dass diese einen starken Nutzen für das Unternehmen dargestellt haben.

Mit welchen Formulierungen stellt man Weiterbildungen im Arbeitszeugnis bestmöglich dar?

Nachfolgend stellen wir einige beispielhafte Formulierungen zur Verfügung, die das Thema Fort- und Weiterbildung in einem sehr guten Zeugnis besonders gut aufgreifen.

  • Mithilfe stetiger Weiterbildungsmaßnahmen eignete er/sie sich kontinuierlich wertvolles neues Fachwissen an, welches er/sie in ihren Aufgaben immer erfolgreich einsetzte.
  • Durch fachspezifische Weiterbildungen erwarb er/sie exzellentes Fachwissen und setzte dieses effektiv in der Praxis ein.
  • Sein/Ihr fundiertes Fachwissen erweiterte sie kontinuierlich mithilfe von Weiterbildungen, durch die er/sie immer auf dem neuesten Kenntnisstand blieb.

In einem guten Zeugnis könnten die Formulierungen wie folgt ausfallen:

  • Mithilfe von Weiterbildungsmaßnahmen eignete er/sie sich neues Wissen an, welches er/sie in der Arbeitspraxis gut nutzte.
  • Durch fachspezifische Weiterbildungen erwarb er/sie gutes Fachwissen und setzte dieses bei seinen/ihren Aufgaben nutzbringend ein.
  • Sein/ihr fundiertes Fachwissen erweiterte er/sie regelmäßig bei Weiterbildungsmaßnahmen in Eigeninitiative.

Wie erwähnt können die absolvierten Weiterbildungen letztlich auch chronologisch aufgeführt werden.

Fazit

Es macht ohne Zweifel Sinn, Weiterbildungen auch in einem Arbeitszeugnis zu thematisieren, sofern die Formulierungen gut gewählt sind. Zudem sollte die Nennung der Weiterbildungen mit Bedacht erfolgen und die weniger relevanten, kleineren Seminare etc. im Lebenslauf untergebracht werden. Auf diese Weise erhält ein neuer Arbeitgeber einen guten Eindruck zur Leistungsbereitschaft und zur Lernfähigkeit des Arbeitnehmers.