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Zeugnisinhalt unter der Lupe
25
Mai
2009

Arbeitszeugnis: Was bedeutet „Wir geben gerne Auskunft“? (#Urteil)

Auch wenn es der Arbeitgeber gut meint: Das Angebot des Arbeitgebers, für Anfragen potenzieller Arbeitgeber zur Verfügung zu stehen, kann als ein unzulässiges Geheimzeichen im Arbeitszeugnis gewertet werden (ArbG Herford, Urteil vom 01.04.2009, Az: 2 Ca 1502/08).

Im Entscheidungsfall hatte eine Arbeitnehmerin geklagt und die Streichung einer entsprechenden Passage verlangt. Dort hieß es wörtlich: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von Frau x hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der von ihr für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“

Ihr ehemaliger Arbeitgeber hatte es angeblich nur gut gemeint. Wenn der „alte“ Arbeitgeber bereit sei, über das positive Bild, das er von der Klägerin in dem Zeugnis zeichnet, auch telefonisch Auskunft zu geben“, könne dies seiner Ansicht nach für zukünftige Arbeitgeber nur als positives Signal gewertet werden.

Auskunft: Angebot überraschend und ungewöhnlich

Die Herforder Arbeitsrichter sahen dies anders: Ein objektiver und besonnener Leser des Zeugnisses könne das Angebot des Arbeitgebers, gerne Auskunft über die Qualität der geleisteten Arbeit geben zu wollen, nur als verschlüsselten Hinweis verstehen, dass die Zeugnisbeurteilung nicht der wirklichen Leistung entsprochen hat. Das ausdrückliche Angebot der Arbeitgeberseite im Zeugnis, für Leistungsnachfragen betreffend der Arbeitnehmerin zur Verfügung zu stehen, sei derart ungewöhnlich und überraschend, dass damit dem Leser des Zeugnisses tatsächlich eine andere Aussage über die Leistungsqualität suggeriert wird, als sich aus der äußeren Form und dem Wortlaut des Zeugnisses tatsächlich ergibt.

Und wie können wir Sie unterstützen?

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