Gut zu Wissen

Recht auf ein Arbeitszeugnis
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Mrz

Hilfe: Ich soll mein Zeugnis selbst schreiben

Viele Unternehmen bitten mittlerweile ihre Mitarbeiter um einen Zeugnisentwurf. Die Gründe hierfür können vielfältig sein: keine Zeit, keine Ahnung, keine Beurteilungsmöglichkeit. Für Sie als Mitarbeiter ist die ungewohnte Aufgabe oftmals Chance und Risiko zugleich. Die folgenden Tipps sollen Ihnen Unterstützung bieten.

Auf den ersten Blick scheint die Erstellung eines Zeugnisentwurfes von Vorteil, schließlich kann man gezielt auf die weitere Karriere Einfluss nehmen. Wer sich jedoch mit den Eigenheiten der Zeugnissprache nicht im Detail auskennt, gerät bei der Formulierung unweigerlich ins Stolpern.  „Ist es denn überhaupt rechtens, wenn ich als Mitarbeiter das Zeugnis schreibe?“, fragte mich neulich eine Bekannte. Ja! Das von Ihnen geschriebene Zeugnis ist immer nur ein Entwurf – Was am Ende zählt, ist das vom Arbeitgeber unterschriebene Zeugnis.

Nutzen Sie Ihre Karrierechance

Mit einem selbstgeschriebenen Zeugnis haben Sie die einmalige Chance, offensiv in Ihren zukünftigen Karriereverlauf einzugreifen. Anstelle eines vielleicht halbherzig formulierten Zeugnisses können Sie selbst für einen individuellen Text sorgen. Sie wissen am besten, welche Erfahrungen und Erfolge für Ihre berufliche Zukunft bedeutsam sind.

Sich selbst richtig einschätzen

Die richtige Einschätzung der eigenen Person ist mit Sicherheit eine der schwierigsten Hürden, die Sie bei der Erstellung des Zeugnisses meistern müssen. Nicht jedem fällt es leicht, seine Leistungen und Fähigkeiten zu auf diese Art und Weise zu lobhudeln. Andere neigen wiederum zur Übertreibung und gefährden damit die Glaubwürdigkeit.  Daher: Bescheidenheit und Übermut sind fehl am Platz. Was zählt, ist eine glaubwürdige Darstellung der Leistung.

Auf Vollständigkeit achten

Wichtig ist vor allem, dass Sie kein Beurteilungskriterium vergessen (zur Erinnerung: Welche Bestandteile muss das Zeugnis enthalten?) Darüber hinaus sollte weder der Einleitungssatz noch die Schlussformel eine versteckte Wertung enthalten. Achtung auch bei den Formalia (Überschrift, Ausstellungsdatum, Unterschrift).

Keine Scheu vor dem Zeugnisentwurf

Begegnen Sie der Erstellung des Zeugnisentwurfes nicht leichtfertig. Gerade die vielzitierte Zeugnissprache birgt einige Gefahren, wenn man sich nicht damit auskennt. Sind Sie sich bei den Formulierungen unsicher, bitten Sie doch einen Vertrauten, Ihren Entwurf gegenzulesen oder lassen Sie das Zeugnis professionell überprüfen. Im Internet finden Sie zahlreiche Anbieter, die eine Zeugnisanalyse vornehmen bzw. auch Zeugnisse formulieren. Auch wir bieten im Übrigen diesen Service für Sie an – Informationen hierzu finden Sie unter Zeugnis-Check und Zeugnis-Erstellung. Auch in vielen Foren im Internet könnten Sie fündig werden, doch Achtung: Nicht alle Antworten, die hier gutherzig veröffentlicht werden, entsprechen der Wahrheit. Eine weitere Möglichkeit: Fragen Sie doch einfach in der XING-Gruppe Arbeitszeugnisse – Erfahrungen im Austausch um Rat.

Sie müssen nicht, wenn Sie nicht wollen

Chance oder Risiko – Sollten Sie Bedenken haben oder es sich nicht zutrauen, das Zeugnis selbst zu schreiben, darf Ihr Arbeitgeber von Ihnen kein Zeugnisentwurf einfordern. Anderseits ist er jedoch auch nicht verpflichtet, Ihrem Entwurf zu folgen.

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