Gut zu Wissen

Arbeitszeugnis richtig in Form
11
Mai
2018

Formfehler: Adressfeld im Arbeitszeugnis ausgefüllt

Dass das Zeugnis auf dem Geschäftspapier ausgestellt werden sollte, welches das Unternehmen üblicherweise verwendet, ist klar. Viele Arbeitgeber tragen jedoch in das Adressfeld des Geschäftsbogens Name und Anschrift des Zeugnisempfängers ein. Das ist ein klarer Formfehler.

Durch das Ausfüllen des Adressfeldes kann leicht der Eindruck entstehen, dass Ihnen das Zeugnis nicht bei Beschäftigungsende übergeben wurde, so wie es eigentlich üblich ist. Der Zeugnisanspruch ist eine Holschuld, d. h. der Arbeitnehmer muss seine Arbeitspapiere, zu denen auch das Arbeitszeugnis gehört, bei seinem ehemaligen Arbeitgeber abholen.

Ausnahmen von der Holschuld

Nur im Einzelfall muss der Arbeitgeber Ihnen das Zeugnis zusenden,  zum Beispiel wenn

  • die Aushändigung am letzten Arbeitstag noch nicht erfolgen konnte oder die Abholung Ihnen unverhältnismäßige Schwierigkeiten bereiten würde (LAG Frankfurt/Main, Urteil vom 1.3.1984, Az: 10 Sa 858/83),
  • Sie nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses unzumutbare Aufwendungen (Reisekosten) machen müßten und um Übersendung der Arbeitspapiere (u.a. Zeugnis) gebeten haben (ArbG Wetzlar, Urteil vom 21.7.1971 – Ga 3/71).

Adressfeld im Arbeitszeugnis ausgefüllt – deutet auf Rechtsstreit hin

Ist bei dem Zeugnis nun das Adressfeld ausgefüllt, könnte ein geübter Zeugnisleser darauf schließen, dass Ihnen das Zeugnis zu einem späteren Zeitpunkt per Post zugesandt wurde. Dies könnte unter anderem auf eine Freistellung von der Arbeit, im schlimmsten Fall sogar auf einen Rechtsstreit um das Zeugnis hindeuten. Achten Sie also grundsätzlich darauf, dass das Adressfeld leer bleibt.

Achtung

Viele Unternehmen verfügen neben den herkömmlichen Firmenbögen auch über sogenannte Repräsentationsbögen ohne Adressfeld. Diese eignen sich besonders gut für die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses.

Und wie können wir Sie unterstützen?

 Was macht ein „gutes Zeugnis“ aus? Allein das „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ ist es nicht, das steht steht schon einmal fest. Wenn Sie Bedenken haben, ob Ihr Arbeitszeugnis tatsächlich so gut ist, wie es sich anhört, dann lassen Sie es überprüfen. Wir machen für Sie den Zeugnis-Check. Hier prüfen wir für Sie, ob Ihr Arbeitgeber alle formalen Aspekte bedacht hat, ob alle erforderlichen Leistungs- und Verhaltenskriterien bewertet wurden, welche Noten sich hinter den Formulierungen verbergen und ob Widersprüche oder andere Unstimmigkeiten im Zeugnistext enthalten sind.

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Zeugnis-Check