Gut zu Wissen

Achtung Zwischenzeugnis
12
Aug
2018

Schlussformulierung im Zwischenzeugnis

Auf Erfolgskurs: Schlussformulierung im Zwischenzeugnis

Die Schlussformel im Arbeitszeugnis setzt sich aus Dank, Bedauern über das Ausscheiden und guten Wünschen zusammen. Der Grund für das Ausscheiden sollte ebenfalls genannt werden. Doch wie ist das mit der Schlussformulierung im Zwischenzeugnis? 

Ein Mandant fragte uns vor Kurzem, was in die Schlussformulierung im Zwischenzeugnis gehöre. Er werde in einem halben Jahr auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausscheiden und habe daher um ein Zwischenzeugnis gebeten. Vor allem wollte er wissen, ob das bevorstehende Ende des Arbeitsverhältnisses im Zeugnis stehen sollte. Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Der Grund für die Ausstellung des Zwischenzeugnisses

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, ein Zwischenzeugnis auszustellen. In der Praxis haben sich aber einige Situationen herausgebildet, in denen Sie um ein Zwischenzeugnis bitten können (siehe unser Beitrag Wann kann ich ein Zwischenzeugnis verlangen?). Dieser Grund sollte auch in einem Zwischenzeugnis genannt werden. Andernfalls könnte sich ein potenzieller Arbeitgeber fragen, warum Sie ein aktuelles Zwischenzeugnis ohne Grund erhalten haben. (Unstimmigkeiten?)


Achtung

Generell ist es nicht empfehlenswert, ohne triftigen Grund um ein Zwischenzeugnis zu bitten. Ihr Arbeitgeber wird – wahrscheinlich zu Recht – vermuten, dass Sie das Unternehmen verlassen wollen. Und dies sollte man doch besser so lange wie möglich für sich behalten, um eventuelle Nachteile zu vermeiden. Daher empfiehlt sich: Ob Vorgesetztenwechsel, Aufgabenänderung oder Versetzung – nutzen Sie jede Möglichkeit auf ein reguläres Zwischenzeugnis!

Wenn das Ende bereits feststeht

Bei betriebsbedingten Kündigungen stellen viele Unternehmen den ausscheidenden Mitarbeitern Zwischenzeugnisse aus, damit sie sich während der Kündigungsfrist neu bewerben können und mit einem Zwischenzeugnis bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt  haben.


Formulierungsvorschlag

Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Herrn Meier ausgestellt, da das Arbeitsverhältnis zum 31.12.2016 betriebsbedingt endet.

Auch wenn der Arbeitnehmer selbst kündigt und um ein Zwischenzeugnis bittet, weil er sich zum Beispiel im Arbeitsvertrag auf eine sehr lange Kündigungsfrist eingelassen hat und seine Leistungsbeurteilung sichern will (Stichwort Bindungswirkung), dann empfiehlt es sich ebenfalls, bei der Wahrheit zu bleiben und das bevorstehende Ende des Arbeitsverhältnisses zu benennen. Es ist unserer Meinung nach heutzutage keine Schande, wenn man das Unternehmen wechseln will, weil es nicht passt oder weil man sich einfach beruflich verändern will. Wie gesagt, ein Zwischenzeugnis ohne Grund wirft Fragen auf.

Wir danken für die bisherigen Leistungen

Ebenso wie einem Endzeugnis sollte man auch bei einem Zwischenzeugnis dem Mitarbeiter für die guten oder sehr guten Leistungen danken – schließlich will man ihn im Regelfall ja im Unternehmen halten. Und da darf ein bisschen Dank schon sein, um seine Wertschätzung zu zeigen. Eine schöne Formulierung hierfür lautet:


Formulierungsvorschlag

Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um Herrn Meier für die bisher geleistete sehr gute Arbeit zu danken.

Laut Bundesarbeitsgericht muss der Arbeitgeber jedoch keine vollständige Schlussformel im Zeugnis aufnehmen, da es sich hierbei – sinngemäß – um eine „emotionale Äußerung des Arbeitgebers“ handelt und er zu dieser nicht gezwungen werden darf.

Bedauern passt nicht in die Schlussformulierung im Zwischenzeugnis, oder?

In der Regel bedeutet ein Zwischenzeugnis, dass das Arbeitsverhältnis weiterläuft. Insofern passt in ein Zwischenzeugnis kein Bedauern, das ist richtig. Allerdings werden viele Zwischenzeugnisse quasi als vorläufiges Zeugnis ausgestellt, weil das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Termin endet. Hier kann man als Arbeitgeber schon mal bedauern, dass man keinen adäquaten Arbeitsplatz für den gekündigten Mitarbeiter zur Verfügung stellen oder einem befristet beschäftigten Mitarbeiter leider keinen festen Arbeitsplatz anbieten kann. Hat der Mitarbeiter seinerseits gekündigt, kann man ebenfalls sein Ausscheiden bedauern.

Und schließlich die guten Wünsche

Ähnlich verhält es sich mit den guten Wünschen. Scheidet der Mitarbeiter auf kurz oder lang aus dem Unternehmen aus, kann man ihm bereits im Zwischenzeugnis alles Gute (und weiterhin viel Erfolg) wünschen. Verbleibt der Mitarbeiter im Unternehmen, sollte man zum Ausdruck bringen, dass man auf eine weitere gute Zusammenarbeit hofft.


Formulierungsvorschlag

Wir hoffen auf eine weiterhin sehr gute Zusammenarbeit.


Und wie können wir Sie unterstützen?

Gerade das Zwischenzeugnis muss gut sein. Oft ist es die Basis für das endgültige Arbeitszeugnis.  Wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, dann lassen Sie Ihr Zwischenzeugnis besser überprüfen. Mit unserer professionellen Zeugnis-Analyse haben Sie schnell Klarheit und können Ihren Vorgesetzten noch um Änderungen bitten.  Übrigens: Falls notwendig, überarbeiten und erstellen wir auch Arbeitszeugnisse.

Bildquelle: Coloures-pic/Fotolia